Verarbeitung & Anwendung

Nach der Blutspende

Der Spender hat es nach der Blutspende erst einmal geschafft – unsere Arbeit ist dagegen noch lange nicht getan. Hier zeigen wir Ihnen den Weg von der Blutspende bis zum fertigen Blutprodukt und erklären, wofür die verschiedenen Blutprodukte schließlich verwendet werden.

Verarbeitung und Verteilung

Das gespendete Blut hat einen langen Weg vor sich, bevor es als fertiges Blutprodukt den Empfänger erreicht.

Laborkontrollen

Eine Mitarbeiterin bei der Laborkontrolle

Bei der Spende entnehmen wir einige separate Blutproben für die notwendigen Laborkontrollen. Nach der Spende untersuchen wir dieses Blut im Labor mithilfe der neuesten Testverfahren auf eine Vielzahl von Krankheitserregern, darunter Hepatitis B, Hepatitis C,  HIV und Lues (Syphilis). Die Laborkontrollen sind äußerst sensibel und aufwändig und machen einen großen Teil der Herstellungskosten unserer Blutprodukte aus. Doch nur so können wir dem hohen Anspruch gerecht werden, den wir an Qualität und Sicherheit unserer Produkte stellen.

Weiterverarbeitung der Blutspende

Anders als bei den Apherese-Spendearten muss das Blut aus der Vollblut-Spende erst in seine Bestandteile aufgetrennt werden. Das geschieht in unserer Komponentenherstellung: Dort filtern wir das Blut zunächst, um die weißen Blutkörperchen zu entfernen. Dadurch wird das Risiko von  Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten beim Empfänger des Blutes deutlich reduziert. Im nächsten Schritt trennen wir das filtrierte Vollblut durch Zentrifugation in die beiden Komponenten rote Blutkörperchen und Plasma. Die roten Blutkörperchen versetzen wir mit einer Nährlösung, um sie länger lagern zu können. Das Plasma der Vollblutspende dagegen wird, genauso wie das Plasma aus der Apherese, bei –80 Grad Celsius schockgefroren.

Lagerung

Bei der Lagerung haben die Blutprodukte sehr verschiedene Ansprüche: Konzentrate mit roten Blutkörperchen sind im Konserven-Kühlschrank bei 2 bis 6 Grad Celsius bis zu 42 Tage haltbar. Blutplasma hingegen wird bei unter –30 Grad Celsius aufbewahrt und kann noch bis zu 18 Monate später verwendet werden. Bevor Blutplasma allerdings ausgegeben werden darf, muss die so genannte Quarantänelagerung eingehalten werden: Plasma darf erst dann zur Transfusion freigegeben werden, wenn der entsprechende Spender mindestens vier Monate später zu einer weiteren Spende kommt und die Laborkontrolle erneut keine Auffälligkeiten ergibt.

Ausgabe und Lieferservice

Nach der Aufbereitung sind unsere Blutprodukte bereit für die Anwendung. Unser Personal von der Konserven-Ausgabe nimmt die Anfragen der Krankenhäuser und Ärzte telefonisch entgegen und bereitet die Produkte für die Auslieferung vor. Unsere hauseigenen Kurierfahrer und externe medizinische Lieferdienste übernehmen dann die Verteilung an unsere Kunden.