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31.08.2010

Das Blutspende-ABC: A wie Anämie

Die Anämie, auch Blutarmut genannt, ist eine der häufigsten Bluterkrankungen.

Eigentlich ist der deutsche Begriff „Blutarmut“ ein wenig irreführend. Denn Menschen, die unter Anämie leiden, haben oft die gleiche Menge Flüssigkeit in ihren Adern wie andere Menschen auch. Der Unterschied ist allerdings, dass bei ihnen die Zahl der funktionsfähigen roten Blutkörperchen im Blut verringert ist. Da die Hauptaufgabe der roten Blutkörperchen der Sauerstoff-Transport ist, werden die Organe dann nur schlecht versorgt und arbeiten nicht optimal. Die Folgen sind die bekannten Symptome einer Anämie: Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit, ständige Müdigkeit, Blässe, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Eine Anämie kann verschiedene Arten von Ursachen haben: So kann die Bildung der roten Blutkörperchen gestört sein oder ihr Abbau erfolgt zu schnell.

Wenn zu wenig Blutkörperchen gebildet werden, ist der häufigste Grund in Deutschland ein Eisenmangel. Eisen ist der wichtigste Baustein des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der in den roten Blutkörperchen eingelagert ist. Diese so genannte Eisenmangel-Anämie kann man durch bewusste Ernährung und Eisenpräparate gut in den Griff bekommen. Andere Anämieformen sind dagegen weit schwieriger zu behandeln.

Auch wenn die Blutbildung nicht beeinträchtigt ist, kann ein Mensch eine Anämie entwickeln. Zum Beispiel, wenn bei einer so genannten hämolytischer Anämie die Blutkörperchen zu schnell wieder abgebaut werden (griech. „haima“ = Blut und „lysis“ = Auflösung). Hämolysen können durch eine Vielzahl von Erkrankungen und äußeren Einflüssen (wie zum Beispiel Gifte) ausgelöst werden. Doch auch in Folge von plötzlichen oder chronischen Blutverlusten können Anämien entstehen: Die verloren gegangenen roten Blutkörperchen werden dann langsamer ersetzt als die Blutflüssigkeit, wodurch das Blut insgesamt verdünnt wird.

Unabhängig von der Ursache gilt: Bei einer schweren Anämie müssen die fehlenden roten Blutkörperchen dringend ersetzt werden, anderenfalls kann es für den Patienten sogar lebensgefährlich werden. Auch in diesem Bereich der Medizin ist Ihr gespendetes Blut bis heute unersetzlich!

Bild: Pixelio/Gerd Altmann